Der Schnuller hat auch Vorteile

So sieht der ideale Schnuller aus

Wozu braucht es überhaupt einen Schnuller oder das Daumenlutschen?

Eindrucksvolle Bilder aus der vorgeburtlichen Forschung zeigen, dass das Daumennuckeln bereits im Mutterleib eine bedeutende Rolle spielt. Beim Saugen wird im Gehirn die Ausschüttung von Oxytocin (dem Wohlfühl-Hormon) ausgelöst.
Das Nuckelbedürfnis von Babies war schon in der Antike bekannt. Ausgrabungen zufolge gab es die ersten Schnuller aus gefüllten Leinensäckchen bereits vor rund 3000 Jahren.
Zwei deutsche Zahnärzte erfanden 1949 den Vorläufer moderner Schnuller.

Abb.: 3D Ultraschall von einem Baby im Bauch

Vorteile des Schnullers

Aus Untersuchungen ist bekannt, dass die Nutzung eines Schnullers vor dem plötzlichen Kindstod schützen kann. Der genaue Wirkmechanismus ist bisher nicht endgültig geklärt. Eine Theorie besagt, dass der Schnuller den Tonus (Spannungszustand) der Muskulatur der Luftwege günstig beeinflusst. Bei nicht gestillten Babies soll der Schnuller bereits nach der Geburt angeboten werden. Bei gestillten Kindern soll der Schnuller gegen Ende ersten Lebensmonats eingeführt und idealerweise bis zum Ende des ersten Lebensjahres verwendet werden.

Wie sieht der ideale Schnuller aus?

Der ideale Schnuller soll die Position der Zunge und der Zähne nicht verändern, so dass sich die Zahn- und Kieferstellung sowie die Mundmuskulatur ideal entwickeln kann.

Die tägliche Dauer des Schnullers sollte auf ein Minimum begrenzt werden. Bei echtem Bedarf oder zum Einschlafen ist nichts gegen den Schuller einzuwenden. Keinesfalls sollte aber daraus ein Dauernuckeln resultieren.
Schnuller sollten regelmäßig durch Auskochen desinfiziert und nach Infektionserkrankungen ausgetauscht werden.

Auch wenn der Schnuller gewisse Vorteile bringt, sollte er nicht aufgezwungen werden. Der Kiefer, die Zähne und die Gesichtsmuskulatur können sich am besten entwickeln, wenn sie durch keine äußeren Störfaktoren beeinflusst werden.

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Was ist schlimmer Daumen oder Schnuller?

Das Daumenlutschen zur Beruhigung kann auf Grund seiner Wirkweise im Gehirn zu einem suchtähnlichen Verhalten führen, was das Abgewöhnen deutlich erschwert. Zudem ist der Daumen immer dabei und kann häufiger sehr viel schwieriger durch die mangelnde Kontrolle abgewöhnt werden.

Warum sollte der Schnuller nach dem 1. Lebensjahr abgewöhnt werden?

Die Kieferentwicklung kann durch übermäßigen Schnullergebrauch oder Daumenlutschen deutlich beeinträchtigt werden. Zu den resultierenden Fehlstellungen gehört der Kreuzbiss, wobei der Oberkiefer zu schmal und der Unterkiefer zu breit wird. Kreuzbisse sollten idealerweise frühzeitig kieferorthopädisch behandelt werden, um ein asymmetrisches Gesichtswachstum zu vermeiden.
Daher empfehlen Zahnärzte und Kieferorthopäden, den Schnuller ab dem 1. Lebensjahr abzusetzen.

Grundsätzlich gilt:
Die Kiefer können sich nur richtig entwickeln, wenn sie von länger dauernden Störfaktoren frei sind. Hierzu zählen Schnuller, Daumen, Schnuffeltuch, Kauring, Kuscheltier etc. Je nach Nuckeldauer und Intensität wird in der Wachstumsphase der Kiefer durch diese Fremdobjekte ein veränderter Druck ausgeübt, der zu nachhaltigen Verformungen und Fehlstellungen führen kann

Durch diese Nuckelobjekte wird unter anderem die Zunge aus ihrer Zungenruhelage – sie soll sich dem Gaumen anlegen- verdrängt. Die Zunge formt im Zusammenspiel mit Wangen-, Lippen- und Kaumuskulatur die Kiefergröße und damit auch die Zahnstellung. Durch die Verdrängung der Zunge aus ihrer Ruhelage am Gaumen, kann sie nicht als Gegenkraft zu den äußeren Gesichtsmuskeln wirken. Folglich wird das Oberkieferwachstum nicht gefördert. Durch die kaudale Zungenlage wird das Unterkieferwachstum in seiner Breite fördert und ein Kreuzbiss begünstigt.

Bei Fragen zum Thema Schnuller und Daumenlutschen stehen wir Fachzahnärzte für Kieferorthopädie aus Hannover Ihnen gerne zur Seite.

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